125 Jahre AGP

125 Jahre Alpine Gesellschaft Preintaler geprägt durch große Begeisterung für die Schönheit unserer Berge.

"Unsere Hauptaufgaben, die Erhaltung der Wanderwege und die Bereitstellung der Hütten als Stützpunkte für die Touristen konnten wir erfüllen mit Unterstützung durch die Bundes- und Sporttoto Mittel, die über den VAVÖ nach dem Schlüssel der Schlafplätze auf den Hütten für alle in Österreich tätigen Alpinen Vereine ausgeschüttet wurden, und für die wir sehr dankbar sind. Wir haben bei der Erfüllung dieser Aufgaben getrachtet, die Natur der Berglandschaft so wenig als möglich zu verändern. Auch durch die Zusammenarbeit mit unseren Hüttenpächtern, die großteils die letzten 25 Jahre unsere Hütten betreuten und durch die Unterstützung von Freunden und Gewerbetreibenden aus dem Gebiet Schladming ist es uns gelungen unsere Hütten den Touristen als zeitgemäße Bergsteigerheime anzubieten und ihnen das Erleben unserer schönen Schladminger Tauern zu ermöglichen."

Auszug aus der Chronik der Festschrift zum 125 jährigen Bestehen der Alpinen Gesellschaft Preintaler

" .. Am 24. März 1885 genehmigte die k. k. Niederösterreichische Statthalterei als Vereinsbehörde die eingereichten Satzungen und am 6. Mai 1885 fand die „Constituierende Generalversammlung" der Alpinen Gesellschaft „Preintaler" statt.

Schon zu Beginn des Jahres 1889 wurde der erweiterte Beschluss gefasst, neben der Anlegung neuer Markierungen auch einen Baufonds zu schaffen, sowie einen Platz für eine zu erbauende Schutzhütte ausfindig zu machen (Generalversammlung vom 20. 5. 1889). .. Im Frühsommer 1891 wurde die Hütte fertiggestellt und am 15. 8. 1891 als Preintalerhütte feierlich eröffnet.

Am 14. Mai 1895 wurde der Beschluss gefasst, die Errichtung einer Hütte im Seewigtal in Erwägung zu ziehen. Die Generalversammlung am 30. Mai 1896 beschloss angesichts der Verdienste, die sich Hans Wödl um die Erschließung des Arbeitsgebietes der Gesellschaft erworben hatte, die neue Hütte „Hans-Wödl-Hütte" zu benennen.

Auch die Heranziehung und Schulung geeigneter Einheimischer für Führer- und Trägerdienste war eine der ersten Aufgaben der Gesellschaft. Schon im Jahre 1896 wurden über ihre Empfehlung mehrere Männer aus der Gegend von der zuständigen Bezirksbehörde als Bergführer autorisiert, auch der von den Preintalern ausgearbeitete Führertarif wurde behördlich genehmigt. Wenn auch heute nur mehr äußerst selten Führerpartien in die Schladminger Tauern kommen, war doch damals, unter ganz anderen Voraussetzungen, auch diese Frage ein wichtiges Betätigungsfeld der Gesellschaft.

Im Jahre 1901 tauchten die ersten Vorschläge zum Bau eines Verbindungsweges von der Wödlhütte zur Preintalerhütte und zu einem Hüttenbau im Steinriesentale auf. In jene Zeit fallen auch die ersten Überlegungen hinsichtlich einer Sommerbewirtschaftung der Hütten. .. Nachdem die Generalversammlung vom 27. Jänner 1902 formell den Bau der Hütte im Steinriesental beschlossen hatte, wurde diese im Frühsommer 1904 in gewohnt feierlicher Weise als „Gollinghütte" eröffnet.

Sämtliche Hütten waren zunächst nach dem sogenannten Pott'schen System verproviantiert. Das heißt, dass in einer Kiste haltbare Lebensmittel aller Art sowie Getränke zur Entnahme durch die Hüttenbesucher vorbereitet waren. Aufgrund einer angeschlagenen Preisliste konnte der Entnehmer seine Zeche selbst berechnen und den anfallenden Betrag mittels eines ebenfalls vorrätigen Erlagscheines beim nächsten Postamt einzahlen.

Unter der hauptsächlichen Führung von Edmund Forster, der im Jahre 1902 wieder die Obmannstelle übernommen hatte, und von Hans Wödl, wurden in unermüdlicher und zielbewußter Arbeit die Grundlagen für ein Werk gelegt, dessen weitere Entwicklung unter den damaligen Verhältnissen kaum geahnt werden konnte.

Wohl um das Arbeitsgebiet abzurunden, wurde im Jahre 1907 das ehemalige „Herrenhaus" auf dem Zinkboden im hintersten Obertal von seinem Besitzer, einem Bauern namens Keinprecht, gepachtet und unter dem Namen „Keinprechthütte" als Touristenunterkunft eingerichtet. Der Betrieb dieser Hütte überstieg nun wohl doch die Kräfte der Gesellschaft, zumal ihr Standort ziemlich abseits vom Zentrum des Arbeitsgebietes war. Daher wurde die Hütte nach wenigen Jahren an die Sektion Wien des Alpenvereines abgetreten, sodass es bei drei Hütten blieb ..

Der Ruf der eigen- und einzigartigen Schönheit des Klafferkessels brachte nach Fertigstellung des Klaffersteiges eine starke Steigerung der Besucherzahlen im Arbeitsgebiete der Gesellschaft mit sich. Nachdem nach der Wödlhütte auch in der Preintaler- und Gollinghütte die Sommerbewirtschaftung eingeführt worden war, wurde nun der Fassungsraum der Hütten zum dringenden Problem und Erweiterungsbauten mussten als nächste Aufgaben in Betracht gezogen werden.

Preintalerhütte 1912Nach dem Tode des Gründungsobmannes im Jahre 1911 wurde nun Hans Wödl wieder zum Obmann gewählt. Er übte dieses Amt im Ganzen über ein Vierteljahrhundert aus.

Nun kam als erste große Zäsur das Jahr 1914 und der Krieg. Die Arbeit der Gesellschaft im Gebiete ruhte trotz der Kriegsereignisse nicht ganz, wenn sie sich auch auf die notwendigsten Ausbesserungen an Hütten und Wegen beschränken musste.

Es war ein schwieriger Neubeginn in einer Zeit, da es an allem gebrach, da es angesichts einer galoppierenden Geldentwertung vermessen erschien, überhaupt an eine gedeihliche Arbeit im Gebiete zu denken. Mit ungebrochenen Idealismus und der auch unter den schwierigsten wirtschaftlichen Verhältnissen bewährten Opferbereitschaft der Preintaler gelang es einen langgehegten Plan in die Wirklichkeit umzusetzen. Im Jahre 1921, kaum drei Jahre nach dem Zusammenbruch der alten Ordnung, wurde ein Zubau zur Preintalerhütte erstellt.

Im Jahre 1924 erschien der Führer durch die Schladminger Tauern von Hans Wödl, der legendäre Wödlführer. .."

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Schlagzeilen

Unsere Hütten waren 30. Mai bis zum 06. Oktober 2019 für Sie geöffnet.
Wir danken allen BergsteigerInnen für Ihren Besuch auf unseren Hütten!
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